Eine Schule für das Leben

„Wenn du nicht nur für den Ernstfall üben, sondern tagtäglich in realen Einsätzen Menschen helfen willst, gibt es nur den einen Weg“, formuliert Nicolas eine Entscheidungshilfe für junge Männer, die vor der Wahl Bundesheer oder Zivildienst stehen. Der Zivildienst ist eine wesentliche Stütze unseres Gesundheits- und Sozialsystems und darüber hinaus auch eine Schule für das Leben.

06:30 Uhr: Nicolas Truschner, 19 Jahre, blond, austrainiert, auf den ersten Blick Surfer oder – zutreffend – Bergsteiger, überprüft im Fuhrpark der Bezirksstelle Spittal den Rettungswagen, dem er an diesem Tag zugeteilt wurde.

Ist genügend Sauerstoff vorhanden, ist der Defibrillator aufgeladen, sind Medikamente abgelaufen? Er macht das eine halbe Stunde vor Dienstbeginn, freiwillig. Freiwilligkeit, ein Begriff, der vielen jungen Männern in diesem Land mit der Aufforderung zur Stellung sauer aufstößt. Man macht weder das Bundesheer noch den Zivildienst freiwillig, der freie Wille besteht lediglich darin – sofern tauglich – zwischen dem einen oder dem anderen zu wählen.

Für Nicolas lief die Entscheidung für den Zivildienst über den Umweg der Musterung. Ursprünglich fasste er den Plan, den Präsenzdienst zu leisten und in einem anschließenden Auslandeinsatz Kapital für sein Studium zu erwirtschaften, um seine Eltern finanziell zu entlasten. Drei Tage Windischkaserne Klagenfurt haben ihm gereicht, seinen Plan zu ändern. Das war nicht seine Welt…

„Ich möchte mir über meine Tätigkeit Gedanken machen und darin Sinn und Erfüllung finden“, sagt Nicolas, der in Graz Physik studieren und später in die Forschung gehen will. Er wählte den Zivildienst und so landete der designierte Schütze als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Seine Eltern zeigten sich über seine Entscheidung erfreut und auch Nicolas wurde mit jedem Tag bewusster, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Er fasst seinen Pager aus und begibt sich in den Aufenthaltsraum, wo bereits einige Kollegen Koffein tanken.

Steht ein Einsatz bevor, lässt es ihn der Pager wissen und liefert ihm mit einem Code vorab Informationen. Die Buchstaben A bis E geben dabei einen Richtwert zur Dringlichkeit an – wobei, wie Nicolas betont, jeder Einsatz gleich wichtig ist – Zahlen bereiten ihn auf das zu Erwartende vor, vom Krankentransport bis zum Atemstillstand. An einem ereignisreichen Tag kann es schon einmal zu 15 Einsätzen kommen, in Nachtschichten, die er ein- bis zweimal die Woche verrichtet, bleibt der Pager manchmal auch stumm. Durchschnittlich arbeitet er 40 bis 48 Stunden die Woche, maximal dürfen es 60 sein.

Nicolas begann seinen Zivildienst im Jänner dieses Jahres mit der umfangreichen Ausbildung zum Rettungssanitäter. 100 Stunden Theorie im Ausbildungszentrum des Roten Kreuzes in Cap Wörth Cap Wörth, 160 Stunden Praktikum an seiner Bezirksstelle.

Und dann der erste Einsatz. „Klar, man ist aufgeregt, nervös, fragt sich, wie man das in der Theorie Erlernte in der Praxis umsetzt, wie die Psyche darauf reagiert. Dann sitzt man bei einer Blaufahrt gegen die Fahrtrichtung. Da wird einem schon anders“, erinnert sich Nicolas. Es war ein älterer Herr mit inneren Blutungen. Er konnte in stabilem Zustand dem Krankenhaus übergeben werden.

Stellt man sich als Laie jene Einsätze vor, die einen Rettungssanitäter am meisten belasten, denkt man sofort an Autounfälle. „Natürlich geht mir das nahe, besonders wenn dabei Kinder oder junge Menschen aus dem Leben gerissen werden“, so ein nachdenklicher Nicolas, der nach einer kurzen Pause fortfährt: „Aber was mich anfänglich am meisten belastete, waren Sanitätsdienste, bei denen wir Menschen aus Altersheimen ins Krankenhaus oder retour brachten.“ Vor allem demenzkranke Personen ließen in ihm dabei die Angst vor dem Altwerden aufkeimen.

In der Ausbildung wird man auf den Umgang mit älteren Menschen vorbereitet, doch erlernt man ihn erst im Kontakt mit ihnen. In seinen ersten Wochen als Rettungssanitäter kam es Nicolas vor, als wäre er aus seiner Kuppel der heilen Welt in die oft raue Wirklichkeit getreten.

Menschen waren in Not. Menschen konnte geholfen werden. Seine Angst wich bald einer Entschlossenheit, einer Erkenntnis über die Kostbarkeit unbeschwerter Momente, einer tiefen Dankbarkeit, gesund zu sein. „Das gehört zu dem, was ich vom Zivildienst in mein Leben mitnehme.“

Auch hier geschlossene Freundschaften sollen den Zivildienst überdauern. Leben retten schweißt zusammen. Nicolas kann sich gut vorstellen, in Zukunft als freiwilliger Rettungssanitäter dem Roten Kreuz erhalten zu bleiben.

Die Bezirksstelle bietet den Zivildienern ein Stressverarbeitungsprogramm. Nicolas hat es noch nicht in Anspruch genommen. Da ist seine Freundin, die immer ein offenes Ohr für ihn hat und da sind die Berge. In seiner Freizeit hängt er oft in einer Wand oder ist einfach irgendwo allein in der Natur. „Manchmal ist es wichtig, Menschenmassen zu meiden, um ein Menschenfreund zu bleiben“.

Hat ein Zivildiener auch Urlaub? „ Ja, zwei Wochen.“ Gerade als er von einem geplanten Bade- und Kultururlaub im August erzählt und von Barcelona zu schwärmen beginnt, macht sich der Pager bemerkbar. Es ist Zeit, Leben zu retten.

Ein wichtige Stütze des Sozial- und Gesundheitssystems:
Zivildiener, junge Männer, die anpacken können.

Der Zivildienst ist eine Schule,
die auf das Leben vorbereitet.

Dienstbeginn Anmeldung am Terminal

Zu Dienstbeginn meldet man sich beim Terminal an.

Check des Rettungswagens

Sorgfältig checkt Nicolas den Rettungswagen.

240 Kärntner Zivildiener pro Jahr beim Roten Kreuz

Jährlich leisten etwa 240 junge Kärntner ihren wertvollen Zivildienst beim Roten Kreuz.

Zivildiener Nicolas

Nicolas hat das Lachen nicht verlernt, im Gegenteil: seit dem  Zivildienst kann er die Freuden des Lebens noch mehr schätzen.

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2018-10-19T18:18:45+02:00